Danke, Internet!

Ach, wie ich das Internet liebe. Heute erreichte mich ein Beileidsschreiben eines ehemaligen Dissertanten meines Vaters aus dem Iran. Er ist eine der Personen, denen ich gerne geschrieben hätte, doch von denen ich leider keine Adresse hatte. Umso schöner finde ich es, dass wir nun dennoch zueinander gefunden haben.

Ich erinnere mich noch so gut an ihn und an ein gemeinsames Erlebnis. Mein Vater hatte mit mir einen Ausflug in die Wachau geplant und dazu seine zwei internationalen Dissertanten eingeladen, eine Chinesin und eben jenen Iraner. Auf dem Rückweg gerieten wir in einen solchen Hagel, dass uns allen ganz Angst und Bange wurde, so laut prasselten die Hagelkörner aufs Autodach ein, so verschwommen war alles durch den Regen, der auch auf uns niederging. 

Bis heute liebe ich meinen Vater dafür, dass er die beiden mitgenommen hat. Immerhin war auch ich einmal Auslandsstudentin und weiß von daher, wie schön es sein kann, mal ein Land nicht nur als Touristin zu erkunden, sondern gemeinsam mit Einheimischen. Umgekehrt habe ich so Menschen aus Ländern kennengelernt, in die ich bis heute nicht gereist bin. 

Zu seiner chinesischen Dissertantin habe ich leider weiterhin keinen Kontakt. Die Arme haben wir nach Kärnten mitgenommen – arm deshalb, weil sie das Autofahren durch die Berge absolut nicht vertrug. Entschädigt wurde sie hoffentlich zumindest dadurch, dass sie am Weißensee zum ersten Mal die Milchstraße erblickte. Jedenfalls war sie hin und weg ob dieses Anblicks. Ihr verdanke ich vor allem eines der schönsten Fotos von meinem Vater und mir. 

Zwar hat uns das Internet (noch?) nicht wieder zusammengebracht. Aber das ist ok, denn ich bin auch für die Erinnerungen allein dankbar, die nicht dadurch zum Leben erweckt werden müssen, dass wir tatsächlich miteinander kommunizieren. Es reicht ein Blick auf dieses Foto, das inzwischen über meinem Bett hängt, um diese und noch so viele weitere schöne Erinnerungen an meinen Vater wach werden zu lassen. Dennoch danke an das Internet, das so vieles leichter macht, danke Morteza für Deine lieben Worte! 

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